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Die Reizangel
Generell kann jedem ausgewachsenen Hund eine Jagd mit der Reizangel geboten werden. Für Welpen und noch nicht fertig ausgewachsene Junghunde eignet sich diese Art der Beschäftigung nicht, da ihre Bänder, Gelenke und Knochen noch nicht ausreichend gefestigt sind, um den auftretenden Kräften Widerstand zu leisten. Auch für ältere Hunde ist die Reizangel geeignet, denn das Tempo bestimmt der Hund selbst mit seiner Jagdgeschwindigkeit. Ist er nicht mehr so schnell, bewegt sich auch die Beute nicht so schnell und er verliert sie nicht aus den Augen und somit das Interesse. Außerden ist die "Jagdzeit" variabel, ein kräftiger, körperlich fitter Hund kann länger nach der Beute streben, bei einem älteren Hund reichen schon 1-2 Richtungswechsel (ca. 1-2 Minuten!) aus und die Jagd endet mit "dem Erlegen" der Beute. Körperlich fitte und gesunde Hunde sollten auch nicht länger als 5-10 Minuten mit der Reizangel jagen, dann ist eine größere Paue fällig! Schwere Rassen, wie z.B. Berhardiner oder Neufundländer können auch gelegendlich auf die "Jagd" gehen, sollen aber kurze Sequenzen erleben, da sie vom Körperbau her einfach nicht für lange Jagden ausgelegt sind (für sie eignet sich eher die Fährtenarbeit).
Nein! Die Anlagen zur Jagd trägt jeder Hund mehr oder weniger in sich. Durch das Training mit der Reizangel wird er nicht plötzlich loslaufen und Wildspuren suchen oder unkontrollierbar im Gebüsch verschwinden (wenn er das vorher nicht auch schon gemacht hat). Aber der große Vorteil ist: endlich kann der Hund seinen Jagdtrieb ausleben, darf eine Beute hetzen und sie dann evtl. auch noch verspeisen, also alles das tun, wozu seine Triebe und Instinkte ihn drängen und was leider in der heutigen Umwelt des Hundes oft nicht möglich ist. Außerdem wird die Jagd von seinem Menschen initiiert und mit ihm gemeinsam begangen, was für einen Hund viiiel spannender ist, und er bei dieser Jagd auch immer Erfolg hat.
Natürlich ist es schön für den Hund, einfach hinter der Beute her zu hetzen. Aber es gibt für die Reizangel auch gute Variationsmöglichkeiten! Sie fördern den Gehorsam und stärken die Beziehung Mensch - Hund zueinander. Eine relativ einfache Variation ist es, den Hund absitzen zu lassen und die Angel "auszuwerfen". Dabei steigert sich die Spannung für den Hund und er lernt, erst auf Kommando loszustürmen. Später kann man kleine Schwierigkeiten einbauen, z.B. wenn man die Beute an der Angel langsam bewegt, der Hund aber trotzdem noch warten muß. Man kann dabei gut beobachten, welche Reizintensität der Hund gerade noch erträgt, bevor er losrennt. Dementsprechend kann man die Intensität langsam steigern. Absolute Königsdisziplin ist es dann, den Hund mitten in der Hatz abrufen oder abpfeifen zu können, oder ihn ins "Down" legen zu können. Diese Schwierigkeit bedarf vieler Übungen und großem Einfühlungsvermögen des Menschen, denn wir arbeiten ja nicht mit Gewalt oder Zwang! Und wer seinen Hund von dieser spannenden Beute in voller Jagd abrufen kann, der beherrscht ihn normalerweise auch bei einem ungeplanten Spurt hinter echtem Wild.
Die größte Gefahr ist wohl die Überforderung für den Hund! Diese Beschäftigung ist sehr anstrengend für ihn und es gibt wohl keinen Hund, der sich nicht immer weiter motivieren und begeistern lässst! Hier ist nun wirklich die Vernunft des Menschen gefragt, den Hund nicht völlig zu überfordern und auszubeuten!!!! Die Schnelligkeit des Laufes und die engen Wendungen machen vor der Hatz ein Aufwärmen nötig, um "Sportverletzungen" wie Muskelkater, gerissene Bänder oder Zerrungen zu vermeiden.
Vorsichtig sollte der Mensch auch mit der Schnur sein, damit sich der Hund nicht im Lauf darin verheddert! Das kann böse Verletzungen geben! Ratsam ist es, erst einmal "trocken" mit der Reizangel zu üben und sie ohne Hund einfach mal durch die Gegend zu schleudern. Dann bekommt man ein Gefühl für die Trägheit der Beute am Ende der Schnur. Der Mensch sollte sich voll bewußt sein, wie spannend, aufregend und ablenkend die Reizangel ist und darum nicht ungeduldig werden, wenn Übungen wie Absetzen oder das Abrufen nicht sofort klappen! Fangt langsam an und setzt Euch Ziele, die auch realistisch erreicht werden können, denn das Reizangeltraining soll beiden Partnern Spannung und Spaß bereiten! |
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Sandra Schott |
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